Wie entsorge oder recycle ich alten Zahnersatz (Prothesen, Kronen, Brücken) korrekt in Deutschland?
- Praktisch: Zuerst reinigen und desinfizieren (siehe Hygiene unten), in einen verschlossenen Beutel legen und beim Zahnarzt, Dentallabor oder spezialisierten Altgold-Ankäufer abgeben.
- Ist kein Metall enthalten, erkundigen Sie sich bei Ihrer kommunalen Abfallberatung — meist gehört reiner Kunststoff-Zahnersatz in den Restmüll, keramische Teile oft ebenfalls.
- Ausnahme: Regionale Vorgaben können abweichen. Manche Recyclinghöfe nehmen metallhaltigen Zahnersatz an, andere nicht — vorher anrufen.
Hintergrund: Metallhaltiger Zahnersatz hat stoffliche und wirtschaftliche Verwertbarkeit; Kunststoffe und Keramik sind oft schwer recyclingbar und werden energetisch verwertet oder thermisch entsorgt. Rechtsgrundlage sind kommunale Abfallregelungen und das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).
Hat alter Zahnersatz einen Wert wegen enthaltener Edelmetalle (Gold, Platin) – lohnt sich Verkauf oder Einschmelzen?
- Praktisch: Lassen Sie den Zahnersatz wiegen und analysieren (Zahnarzt, Dentallabor oder Altgold-Ankauf). Holen Sie mehrere Angebote ein; beachten Sie Schmelz- und Analysegebühren.
- Verkauf: Bei mehreren Kronen, Brücken oder Metallanteil kann es sich lohnen. Für einzelne Stücke ist der Erlös meist gering.
- Ausnahme: Legierungen mit hohem Platin- oder Palladiumanteil können höheren Wert haben; regionale Schmelzhäuser haben unterschiedliche Preise.
Hintergrund: Zahnlegierungen enthalten oft Gold, Palladium oder Platin in unterschiedlichem Anteil. Der Wert hängt vom Metallgehalt, Gewicht, aktuellen Edelmetallkursen und Abzügen des Aufkäufers ab. Refining-Firmen geben meist den Nettowert nach Abzug von Gebühren.
Kann ich Zahnersatz einfach beim Zahnarzt abgeben oder zählt er als ansteckungsgefährlicher/medizinischer Abfall?
- Praktisch: Fragen Sie Ihren Zahnarzt vorher. Viele Praxen nehmen alte Kronen/Brücken oder Prothesen zur Weiterverarbeitung bzw. zum Verkauf an Altgold an — ideal sauber und verpackt übergeben.
- Medizinischer Abfall: Ist der Zahnersatz stark kontaminiert (Blut, Eiter), behandeln Praxen ihn als infektiösen Abfall und entsorgen ihn entsprechend.
- Ausnahme: Nicht jede Praxis sammelt Altmetalle; manche geben entfernte Teile an den Patienten zurück.
Hintergrund: Zahnarztpraxen unterliegen strengen Entsorgungs- und Hygieneregeln; infektiöse Abfälle werden gesondert entsorgt. Für patienteneigene Gegenstände gilt oft Rückgaberecht — klären Sie das vorab.
Aus welchen Materialien besteht Zahnersatz (Metalllegierungen, Keramik, Kunststoff) und wie beeinflusst das Recycling bzw. die Entsorgung?
- Praktisch: Unterscheiden Sie Materialien vor Abgabe: Metallgerüste (Legierungen), keramische Kronen, Kunststoff-Prothesen. Geben Sie metallische Teile an Altgold-Ankäufer oder Dentallabore, Keramik und Kunststoff an kommunale Entsorgung oder Restmüll (nach Rückfrage).
- Recycling: Metalllegierungen sind recycelbar und refinanzierbar; Keramik oft nicht stofflich verwertbar; Kunststoffe selten dental-recycelt.
- Ausnahme: Spezielle Sammelstellen oder Forschungsprojekte können einzelne Materialien annehmen.
Hintergrund: Dentallegierungen enthalten wertvolle Metalle; Titan-Implantate sind technisch recycelbar, unterliegen aber meist medizinischer Entsorgung. Keramik ist inert, wird meist thermisch verwertet oder deponiert.
Gibt es Infektionsrisiken oder besondere Hygieneregeln beim Umgang und bei der Entsorgung von getragenem Zahnersatz?
- Praktisch: Handschuhe verwenden, grobe Verunreinigungen abspülen, dann mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel einsprühen oder 10–15 Minuten einwirken lassen, trocken verpacken und übergeben.
- Risikoeinschätzung: Für gesunde Personen ist das Infektionsrisiko gering, aber bei offenen Wunden, akuten Infektionen oder immunsupprimierten Personen Vorsicht und professionelle Entsorgung empfehlenswert.
- Ausnahme: Kliniken und Praxen haben strengere Vorgaben; Privatpersonen folgen lokalen Empfehlungen.
Hintergrund: Tragender Zahnersatz kann Blut und Mikroorganismen tragen. Daher empfehlen Gesundheitsämter und Zahnärztekammern Desinfektion vor Weitergabe. Praxispersonal behandelt stark kontaminierte Teile als infektiös.
Wie werden Zahnimplantate (im Kiefer verankerte Metallteile) behandelt oder entsorgt, wenn sie entfernt werden?
- Praktisch: Wenn ein Implantat entfernt wird, sprechen Sie mit der Klinik/Zahnarzt, ob Sie das Implantat ausgehändigt bekommen möchten. Kliniken dürfen auf Anfrage oft das Teil zurückgeben, müssen aber Infektionsschutz sicherstellen.
- Entsorgung: Ohne Rückgabewunsch werden Implantate als medizinischer Abfall entsorgt; medizinisch aufbereitete Implantate aus Titan können technisch recycelt werden, meist durch spezialisierte Entsorgungsfirmen.
- Ausnahme: Krankenhäuser folgen Landes- und klinikinternen Regeln; nicht immer möglich, Implantate auszuhändigen.
Hintergrund: Implantate bestehen meist aus Titan oder Titanlegierungen. Wirtschaftlicher Wert ist gering im Vergleich zu Edelmetallen; der Schwerpunkt liegt auf hygienisch korrekter Entsorgung und Dokumentation.
Welche gesetzlichen Vorgaben und Pflichten gelten in Deutschland für die Entsorgung zahnärztlicher Abfälle bzw. Rückgabe von Edelmetall-haltigem Zahnersatz?
- Praktisch: Zahnarztpraxen und Kliniken müssen infektiöse Abfälle getrennt sammeln und sachgerecht entsorgen (kommunale/technische Vorgaben beachten). Fragen Sie Ihre Praxis nach deren Entsorgungsverfahren und Rückgabepolitik.
- Gesetzlich: Grundsätze der Abfallbewirtschaftung stehen im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG); für medizinische Abfälle gelten bundes- und landesspezifische Regeln sowie Empfehlungen von Zahnärztekammern.
- Ausnahme: Detaillierte Umsetzung kann je Bundesland variieren — Landesgesetze und Hygieneverordnungen beachten.
Hintergrund: Neben dem KrWG gibt es Vorgaben zum Infektionsschutz und für Gefahrstoffe. Für genaue Verpflichtungen zur Rückgabe oder Verwertung von Edelmetallen sind die Landeszahnärztekammern und lokale Abfallbehörden Ansprechpartner.
An welche Stellen (Zahnarztpraxis, Recyclinghof, spezialisiertes Altgold-Ankaufunternehmen) kann ich mich wenden und was muss ich dabei beachten?
- Praktisch: Kontaktieren zuerst Ihren Zahnarzt oder das Dentallabor. Alternativ Altgold-Ankäufer/Schmelzhäuser oder spezialisierte Refiners. Vorher reinigen, desinfizieren und ggf. Foto/Inventar für Angebote bereitstellen.
- Beachten: Seriöse Ankaufstellen geben schriftliches Angebot, wiegen vor Augen des Kunden und weisen Gebühren aus. Für Bargeldkäufe benötigen viele Anbieter Ausweisdokumente (Geldwäscheprävention).
- Ausnahme: Kommunale Recyclinghöfe nehmen oft keine kontaminierten dentalen Gegenstände; immer vorab anrufen.
Hintergrund: Unterschiedliche Anbieter haben verschiedene Verfahren und Gebühren. Dentallabore und Zahnärzte können wegen der Materialkenntnis oft bessere Einschätzungen geben; spezialisierte Aufkäufer und Schmelzhäuser zahlen nach Edelmetallanteil und Gewicht.