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Wie lasse ich einen alten Öltank fachgerecht stilllegen und entsorgen (ober- vs. unterirdisch)?
- Was tun: Dokumente prüfen, Tankinhalt fachgerecht abpumpen lassen, von einem zertifizierten Fachbetrieb entlüften und reinigen lassen. Bei oberirdischen Tanks: Leitungen trennen, Tank gegebenenfalls demontieren und als Schrott entsorgen. Bei unterirdischen Tanks: vor Ort Bodenproben nehmen, Tank ausgraben oder nach Vorgaben des Umweltamts fachgerecht reinigen, entleeren und ggf. in situ sichern (füllen) oder entfernen.
- Warum: Fachbetriebe vermeiden Leckagen und Umweltschäden; Unterflur-Tanks bergen hohes Altlastenrisiko, deshalb oft Bodenuntersuchung und Abstimmung mit Behörden nötig. Regionale Ausnahmen möglich (manche Länder erlauben Auffüllung unter Bedingungen).
Welche rechtlichen Vorgaben, Genehmigungen oder Meldepflichten gelten in Deutschland bei der Stilllegung/Entsorgung eines Öltanks?
- Was tun: Vor Arbeitsbeginn bei der zuständigen Wasserbehörde/Umweltamt und ggf. Bauamt melden. Lassen Sie sich vom ausführenden Betrieb schriftlich bestätigen, dass Reinigung und Entsorgung nach AwSV und Abfallrecht erfolgen.
- Warum: Die AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) regelt wassergefährdende Stoffe; Abfallrecht (KrWG) bestimmt Entsorgungspflichten. Für Bodenarbeiten können zusätzliche Genehmigungen nötig sein. Details und Meldepflichten variieren je Bundesland—immer lokale Behörden fragen.
Muss der Tank vorher gereinigt und vom Restöl befreit werden, wer darf das durchführen und welche Kosten entstehen?
- Was tun: Vor Entfernung Tank vollständig entleeren und durch einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb mit Sachkunde für wassergefährdende Stoffe reinigen lassen. Restöl und Schlämme müssen gesammelt und an zugelassene Entsorgungsanlagen übergeben werden.
- Warum: Ölrückstände sind als Gefahrstoff zu behandeln; nur fachkundige Firmen mit Transport- und Entsorgungsgenehmigung dürfen dies. Kosten variieren: Reinigung oft 200–800 €, Demontage oberirdisch 300–1.500 €, unterirdisch 1.000–5.000 €+ je nach Aufwand und Bodenuntersuchung. Regionale Angebote stark unterschiedlich.
Gilt ein Öltank als gefährlicher Abfall/Problemstoff und wie muss er transportiert und entsorgt werden?
- Was tun: Klassifikation durch Fachbetrieb prüfen. Ist der Tank mit Öl/Schlamm kontaminiert, wird er als gefährlicher Abfall behandelt: richtige Etikettierung, Begleitpapiere (Abfallbegleitschein) und Transport durch zertifizierte Beförderer organisieren.
- Warum: Ölhaltige Rückstände erfüllen oft die Kriterien für gefährliche Abfälle und benötigen fachgerechte Entsorgung. Ist ein Tank komplett gereinigt und frei von Restöl/Gas, kann er als Schrott gelten und normaler Schrotthändler annehmen. Ausnahmen gelten bei stark kontaminierten Tanks—diese kosten meist zusätzlich.
Woraus bestehen Öltanks (Stahl, Kunststoff, Beschichtungen) und beeinflusst das Material das Recycling oder die Entsorgungsweise?
- Was tun: Material vor Ort identifizieren (Stahl, Edelstahl, Kunststoff/PE, GFK/GRP) und dem Entsorger mitteilen; Beschichtungen und Innenschichten erwähnen.
- Warum: Stahl- und Edelstahltanks sind gut recycelbar und als Schrott verwertbar. Kunststoff- und GFK-Tanks sind schwieriger zu recyclen, oft thermisch verwertbar oder müssen getrennt entsorgt werden. Innenbeschichtungen, Korrosion oder bituminöse Beschichtungen können Entsorgungskosten erhöhen und Sonderbehandlung erfordern.
Kann ich für den Schrottwert des Tanks (z. B. Stahl) Geld bekommen und wie hoch ist das in der Regel?
- Was tun: Vor der Entsorgung Tank wiegen oder Einschätzung durch Schrotthändler einholen; verlangen Sie Nachweis, dass Tank öl- und gasfrei ist, sonst wird er oft als kostenpflichtiger Sonderabfall behandelt.
- Warum: Reiner Stahlschrott erzielt einen geringen Erlös, je nach Stahlpreis etwa 0,08–0,30 €/kg. Ein kleiner oberirdischer Tank bringt eventuell 20–200 €, bei größeren Tanks 100–500 €+. Häufig übersteigen Demontage- und Reinigungskosten den Schrottwert; kontaminierte Tanks können sogar Entsorgungskosten verursachen.
An welche Entsorgungsfachbetriebe, Schrotthändler oder Behörden wende ich mich und wie finde ich einen zertifizierten Dienstleister?
- Was tun: Suchen Sie nach “Entsorgungsfachbetrieb”, “Sachkundiger nach AwSV” oder “Tankdemontage” plus Ihrem Ort. Fordern Sie Genehmigungsnachweise, Referenzen, Entsorgungsnachweise und Haftpflichtbeleg an.
- Warum: Nur zertifizierte Betriebe dürfen gefährliche Abfälle transportieren/entsorgen. Nutzen Sie IHK-/Handwerkskammer-Listen, kommunale Abfallberater oder Portale wie “Werkzeug”/“Gelbe Seiten”. Fragen Sie Umweltamt oder Wasserbehörde nach empfohlenen Firmen—regionale Regelungen und Listen sind üblich.
Welche Umweltrisiken (Boden-/Grundwasserkontamination) drohen bei unsachgemäßer Entsorgung und muss der Standort auf Altlasten geprüft oder saniert werden?
- Was tun: Bei Verdacht auf Leckage oder bei unterirdischen Tanks sofort Bodenproben und gegebenenfalls Grundwasseruntersuchungen veranlassen. Bei Sanierungsbedarf das Umweltamt informieren und Sanierungsmaßnahmen durch Fachfirmen durchführen lassen.
- Warum: Ausgetretenes Heizöl kann Boden und Grundwasser stark kontaminieren, Grundwasserschutz und Gesundheit beeinträchtigen. Bei nachgewiesener Kontamination sind Untersuchungs- und Sanierungspflichten möglich, Kosten können erheblich sein. Prüf- und Meldepflichten variieren regional—immer lokale Behörden konsultieren.