Wohin bringe ich eine defekte oder alte Mikrowelle am besten (Wertstoffhof, Händler, Sperrmüll)?
Am praktischsten: Bringen Sie die Mikrowelle zum kommunalen Wertstoffhof oder zur Schadstoff-/Elektroaltgerätesammelstelle. Viele Wertstoffhöfe nehmen Mikrowellen kostenlos an; dort wird fachgerecht entsorgt. Als Alternative: Geben Sie das Gerät beim Händler ab, wenn Sie gleichzeitig eine neue Mikrowelle kaufen (Rückgabe 1:1). Sperrmüll nimmt Mikrowellen teils an, prüfen Sie die lokalen Regeln online oder per Hotline Ihrer Kommune.
Hintergrund: Wertstoffhöfe sind auf Elektroaltgeräte vorbereitet und vermeiden Schadstofffreisetzung. Sperrmüll-Regelungen variieren regional — einige Kommunen verlangen Voranmeldung oder Sperrmüllgebühr. Händler sind nach ElektroG unter bestimmten Bedingungen zur Rücknahme verpflichtet (siehe unten). Vorab anrufen oder Website prüfen spart Wege.
Darf ich eine Mikrowelle in den Restmüll werfen oder ist sie als Elektrogerät gesondert zu entsorgen?
Kurz und praktisch: Werfen Sie eine Mikrowelle nicht in den Restmüll. Elektrogeräte müssen gesondert entsorgt werden – z.B. beim Wertstoffhof, über die Elektrosammlung der Stadt oder über die Händler-Rücknahme. Legen Sie die Mikrowelle nie in die Hausmülltonne; das kann Bußgelder nach sich ziehen und gefährdet Umwelt und Recycling.
Warum: Elektrische Bauteile, Metalle und mögliche Schadstoffe (Kondensatoren, Magnetron) erfordern fachgerechte Behandlung. Die getrennte Sammlung ermöglicht Materialrückgewinnung und verhindert Schadstoffeinträge ins Abfall- und Verbrennungssystem. Regional können Bußgelder oder spezielle Abgaberegeln gelten — informieren Sie sich bei Ihrer Kommune.
Gibt es eine gesetzliche Rücknahmepflicht (ElektroG) für Händler, die Mikrowellen zurücknehmen müssen?
Praktisch: Ja, Händler mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 m² für Elektrogeräte müssen beim Kauf eines neuen Geräts das alte, gleichartige Gerät kostenlos zurücknehmen (1:1). Viele Händler bieten darüber hinaus freiwillige Rücknahmen an. Kleinere Händler sind nicht generell dazu verpflichtet, können aber freiwillig mitmachen.
Hintergrund: Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt Rücknahmepflichten in Deutschland. Ziel ist, die getrennte Sammlung und das Recycling von Elektroaltgeräten zu sichern. Online-Shops und spezielle Fälle können abweichende Bedingungen haben — fragen Sie beim Händler nach, ob und unter welchen Bedingungen die Annahme erfolgt.
Was muss ich vor der Abgabe beachten (Stecker, Lebensmittelreste, Tür entfernen, Gerät sichern)?
Vor der Abgabe: Ziehen Sie den Stecker ab und trennen Sie das Gerät vom Stromnetz. Entfernen Sie lose Lebensmittelreste und reinigen Sie das Innenfach grob. Sichern Sie bewegliche Teile (Drehteller herausnehmen, Tür schließen) und kleben Sie bei Bedarf die Tür an, damit sie beim Transport nicht aufspringt. Verpacken Sie das Gerät möglichst stabil oder bringen Sie es unbeschädigt zum Wertstoffhof.
Warum: Sauberkeit erleichtert die Annahme beim Recyclinghof und vermeidet Geruchsprobleme. Entfernen der Tür ist nicht generell erforderlich — in manchen Sammelstellen wird sie zur Sicherheit verlangt, in anderen nicht; erkundigen Sie sich vorher. Netzstecker darf nicht abgeschnitten werden, da Elektrofachbetriebe die Originalteile für Demontage benötigen.
Enthält eine Mikrowelle gefährliche Stoffe (z. B. Kondensatoren, Magnetron mit Keramik/BeO, Flammschutzmittel) und wie werden diese behandelt?
Praktisch: Ja, Mikrowellen enthalten potenziell gefährliche Komponenten. Lassen Sie die Entsorgung beim Wertstoffhof oder einem zertifizierten Entsorger durchführen, die Kondensatoren, elektronische Platinen und das Magnetron fachgerecht entnehmen. Beschädigte Magnetrons dürfen nicht selbst geöffnet werden — sie können Keramikteile mit Berylliumoxid (BeO) enthalten.
Hintergrund: Kondensatoren speichern Energie, elektronische Bauteile können Schadstoffe und Flammschutzmittel enthalten, und Magnetrons haben keramische Komponenten. Fachbetriebe führen Entladung, getrennte Sammlung und schadstoffgerechte Behandlung durch. BeO ist gesundheitsschädlich bei Bruch; deshalb ist das Öffnen durch Laien riskant. Regionale Sammelstellen sind auf sichere Entsorgung eingestellt.
Hat das Recycling einer Mikrowelle einen Geldwert für mich (Metalle wie Kupfer, Aluminium, Stahl) oder erhalte ich üblicherweise kein Geld dafür?
Praktisch: In der Regel erhalten private Abgeber beim Wertstoffhof kein Geld für eine einzelne Mikrowelle. Metallische Komponenten haben zwar Materialwert (Stahl, Kupfer, Aluminium), aber der Aufwand der Demontage und Sortierung macht eine Barauszahlung selten. Größere Mengen oder Edelstahl-/Kupferanteile bei gewerblicher Anlieferung können von Schrotthändlern bezahlt werden.
Hintergrund: Recyclinghöfe übernehmen Geräte meist kostenfrei als kommunale Dienstleistung. Schrotthändler zahlen für sortiertes Metall, doch Mikrowellen sind komplexe Verbundteile, so dass der erzielbare Erlös oft gering ist. Wenn Sie Geld erzielen möchten, erkundigen Sie sich vorab bei lokalen Schrotthändlern; regional gibt es Unterschiede.
Kann ich die Mikrowelle noch reparieren, spenden oder verkaufen, statt sie zu entsorgen, und worauf sollte ich dabei achten?
Praktisch: Prüfen Sie vor Abgabe, ob die Mikrowelle funktioniert, sauber ist und keine offensichtlichen Schäden hat. Funktionsfähige Geräte können Sie verkaufen (z. B. Kleinanzeigen) oder an soziale Einrichtungen spenden. Bei Reparatur: Lassen Sie die Fehlersuche und Reparatur idealerweise von einer Fachwerkstatt durchführen. Geben Sie gebrauchsfähige Geräte bevorzugt weiter — das verlängert die Nutzungszeit und spart Ressourcen.
Hintergrund: Beim Verkauf oder bei Spenden sind korrekte Angaben zum Zustand, Sicherheitsmängeln (z. B. defekte Türverriegelung) und vorhandener Reparaturhistorie wichtig. Viele Secondhand-Läden nehmen nur geprüfte Geräte an. Durch Weitergeben vermeiden Sie unnötiges Recycling und schonen Umwelt. Regional bieten Repair-Cafés Unterstützung bei der Reparatur an.
Wie läuft das Recycling einer Mikrowelle ab und welche Umweltvorteile bzw. Recyclingquoten sind zu erwarten?
Praktisch: Recyclingzentren entladen Geräte energiearm, entfernen gefährliche Bauteile (Kondensatoren, Magnetron), demontieren wertvolle Teile und geben den Rest einem Schredderprozess. Metallfraktionen (Stahl, Aluminium, Kupfer) werden sortiert und zur Wiederverwertung weitergeleitet; Kunststoffe werden je nach Typ getrennt und thermisch oder mechanisch verwertet. Der Ablauf erfolgt in zertifizierten Anlagen.
Hintergrund: Durch fachgerechtes Recycling werden Rohstoffe zurückgewonnen und Schadstoffe sicher behandelt, was Rohstoffabbau reduziert und Emissionen senkt. Für Elektroaltgeräte gelten hohe Recyclingquoten: Ein erheblicher Teil der Metalle kann zurückgewonnen werden, typischerweise im Bereich von mehreren zehn bis über 70 Prozent je nach Fraktion. Konkrete Zahlen können regional und je nach Anlage variieren.